Amulette


Geweihtes Wasser

Wasser aus der "Wunderquelle" von Lourdes 

Wasser aus Lourdes. Das Fläschchen gehörte der Grossmutter eines Kollegen… Sie brachte es kurz nach dem 2. Weltkrieg mit nach Hause.

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Hämatit

Roteisenstein / Hämatit aus Weilburg 

Heilende Steine wollen wir zu den Amuletten rechnen, weil sie auch dann noch wirken (sollen), wenn sie nur am Körper getragen werden.

Die rote Farbe des Hämatites heilte alles, was Rot ist - das Volk gab ihm den Namen "Blutstein" - es half gegen Nasenbluten, Blutspucken:

"disser steyn ist kalt und trockener Natur. Disser steyn in die handt genommen, so die nase blut, stillet das bluden in der Nasn. Dissen steyn gepulvert und gemischet mit Taschenkrautsaft und diss in die Nasslöcher gestrichen, benimpt das bluden darauss. Welcher blut speyet, der nehme disses steyns pulver gemischt mit rosenwasser und dazu gummi arabicum und darauss pillen gemacht..."

 "Für den fluss genannt menstruum nutzt diss pulver mit wegerichtsafft, ess stopffet den weissen und roten fluss der Frauen".

Vorgestellt wird ein Hämatitblock aus Weilburg im Nassauischen, der aus der 1962 aufgelösten Sammlung des Athénée in Luxemburg stammt.

Amulette


Madonnenkult

Seife Savon ND de Luxembourg

Marque Déposée N°43.216

 

 

Sauberkeit auf der ganzen Linie:

- äusserlich, indem man sich wäscht,

 

  • - innerlich, indem man betet bzw. die sündige Seele durch Beichten reinigt.

 

 

Exponat

Die vorliegende 18.5 x 8.5 x 4.5 cm grosse Papp-Schachtel stellt eine Verquickung dieser beiden Hygiene-Momente dar, indem sie die Mutter des Herrn mit der körperlichen Hygiene in Verbindung bringt!

 

Palmen- und Olivenöl sind klassische Bestandteile feiner Körperseifen – im Kontext mit Maria erhalten diese Ingredientien als typische Produkte des Orientes eine neue, biblische Dimension.

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Pestamulett

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Der Benediktuspfennig ist ein Amulett welches dem Gläubigen gegen Alltagsgefahren wie Hagelschlag, Vergiftung, Fieber, Pest, Gallensteine, böse Geister, Hexen, den Teufel, aber auch bei Geburten und auf dem Sterbelager helfen sollte ...

Er wurde um den Hals, am Rosenkranz, an der Fraisenkette oder in der Geldbörse getragen. Man empfahl, ihn in Haus- oder Stallfundamente einzumauern und legte ihn unter Hausschwellen, in Kinderwiegen und in Futterkrippen, warf ihn in Brunnen oder nähte ihn dem Vieh an die Glockenriemen.

 

Avers (rechts): Benediktus-Kreuz, über dem das Wort IHS steht ("Iesus Hristus Salvator") (Jesus Christus Erlöser). 

Die vier Buchstaben rund um das Kreuz CSPB sind die Abkürzung für "Crux Sancti Patris Benedicti" (Kreuz des heiligen Vaters Benediktus).  

Auf den Balken des Kreuzes sind die Anfangsbuchstaben der Beschwö-rungsformeln, in denen sich der Glaube des heiligen Ordensvaters ausdrückt, eingeprägt.

Im Längsbalken:

CSSML ("Crux Sancta Sit Mihi Lux") (Das heilige Kreuz sei mir Licht).   

Im Querbalken:

NDSMD ("Non Draco Sit Mihi Dux") (Der Drache sei mein Führer nicht).  

  

Am Rande der Medaille befinden sich folgende Buchstaben:  

V.R.S.N.S.M.V. S.M.Q.L.I.V.B. bedeuten: "Vade retro satana, nunquam suade mihi vana. - Sunt mala quae libas, ipse venena bibas." (Weiche Satan und führe mich nicht zur Eitelkeit! Schlecht ist, was du mir einträufelst. Trinke selber dein Gift!).

 

 

Revers (links): Während die Vorderseite eher allgemein gehalten ist, trägt die Rückseite den eigentlichen Pestsegen. Am Rande der Schriftzug "St. BENEDICTE ORA PRO NOBIS" - Benediktus war der Schutzpatron der Pestkranken. Unter dem Bild des Heiligen (in der rechten Hand der Giftbecher mit darüber liegender Schlange, in der linken der Bischofsstab) befindet sich eine Kartusche mit dem Segen: ab dem 17. Jahrhundert wurden Benediktuspfennige mit diesem sog. Zachariassegen geschlagen, dessen Schriftzeichen die Satzanfänge von lateinischen Gebetsversen gegen die Pest sind:

"+Z+DIA+BIZ+SAB+Z+HGF+BFRS" - 7 Kreuze und 18 Buchstaben. Die sieben Kreuzchen stehen allesamt für Verse, die mit dem Wort Crux (Kreuz) beginnen:

        +1 Crux Christi salva nos (Das Kreuz Christi rette uns).

Z (1) Zelus domus tuae liberet me (Die Liebe zu deinem Haus befreie mich (Ps. 69, 10).

       +2 Crux vincit, crux regnat, crux imperat, per signum crucis libera me, Domine, ab hac peste*(1) (Das Kreuz siegt, das Kreuz regiert, das Kreuz herrscht. Durch das Zeichen des Kreuzes befreie mich, Herr, von der gegenwärtigen Pest.

D (2) Deus, Deus meus, expelle pestem*(2) a me et a loco isto et libera me (Gott, mein Gott, vertreibe die Pest von mir und von diesem Ort und befreie mich (Ps. 22, 2).

I (3) In manus tuas, Domine, commendo spiritum, cor et corpus meum (In deine Hände, Herr, empfehle ich meine Seele, mein Herz und meinen Leib (Ps. 31,6).

A (4) Ante coelum (et terram) Deus erat, et Deus potens est liberare me ab ista peste*(3) (Vor Himmel und Erde war Gott, und Gott ist mächtig genug, mich von der gegenwärtigen Pest zu befreien,

      +3 Crux Christi potens est ad expellendam pestem*(4) ab hoc loco et a corpore meo (Das Kreuz Christi ist mächtig, die Pest von diesem Ort und aus meinem Leib zu vertreiben).

B (5) Bonum est praestolari auxilium Dei cum silentio, ut expellat pestem*(5) a me (Es ist gut, in Stille auf die Hilfe des Herrn zu hoffen, daß er die Pest von mir treibe (Klagel. 3, 26).

I (6) Inclinabo cor meum ad faciendas iustificationes tuas, ut non confundar, quoniam invocavi te (Ich neige mein Herz, deinen Gesetzen zu dienen, damit ich nicht untergehe; denn ich habe ja dich angerufen (Ps. 119, 112).

Z (7) Zelavi super iniquos, pacem peccatorum videns, speravi in te (Ich habe mich über die Bösen ereifert, weil ich die Gemütsruhe der Sünder gesehen habe; ich habe jedoch auf dich gehofft (Ps. 73, 2).

      +4 Crux Christi fuget daemones, aeram corruptum et pestem*(6) expellat (Das Kreuz Christi wird die Dämonen in die Flucht schlagen; es möge schlechte Luft und die Pest wegtreiben.

S (8) Salus tua ego sum, dicit Dominus; clama ad me et ego exaudiam te et liberabo te ab ista peste*(7) (Ich bin dein Heil, spricht der Herr, rufe zu mir, und ich werde dich erhören und von der gegenwärtigen Pest befreien (Ps. 35, 3).

A (9) Abyssus abyssum invocat et voce tua expulisti daemones, libera me ab hac peste*(8) (Eine Hölle ruft die andere, doch mit deinem Wort hast du die Teufel vertrieben; befreie mich von dieser Pest (Ps. 42, 8).

B (10) Beatus vir, qui sperat in domino et non respexit in vanitates et insanias falsas (Glücklich ist der Mann, der auf den Herrn hofft und die stolzen und treulosen Lügner nicht beachtet (Ps. 40, 5).

        +5 Crux Cristi, quae antea fuit in opprobrium et contumeliam et nunc in gloriam et nobilitatem, sit mini in salutem et expellat a loco isto diabolum et aerem corruptum et pestem*(9) a corpore meo (Das Kreuz Christi, das früher in Schimpf und Schande gewesen, jetzt aber in Ehre und Ansehen ist, sei mir zum Heil und möge von diesem Ort den Teufel und verdorbene Luft und von meinem Körper die Pest vertreiben.

Z (11) Zelus honoris Dei convertat me antequam moriar, et in nomine tuo salva me ab ista peste*(10) (Der Eifer für die Ehre Gottes möge mich umwandeln, bevor ich sterbe; und in deinem Namen errette mich von der gegenwärtigen Pest)

      +6 Crucis signum liberet populum Dei et a peste*(11) eos, qui confidunt in eo (Das Zeichen des Kreuzes möge das Volk Gottes und die, die auf es vertrauen, von der Pest befreien.

H (12) Haeccine reddis Domino, popule stulte? Redde vota tua offerens sacrificium laudis et fide illi, quia potens est istum locum et me ab hac peste*(12) liberare, quoniam, qui confidunt in eo, non confundentur (Darfst du dem Herrn das antun, törichtes Volk? Erfülle deine Gelübde, bringe das Lobopfer dar und vertraue dem, der mächtig ist, diesen Ort und mich von der Pest zu befreien; denn die auf ihn vertrauen, werden nicht zuschanden werden (5 Mos. 32, 6).

G (13) Gutturi meo et faucibus meis adhaereat lingua mea, si non benedixero tibi, libera sperantes in te, in te confido, libera me, Deus, ab hac peste*(13) et locum istum, in quo nomen tuum invocatur (Meine Zunge soll mir an Kehle und Schlund kleben, wenn ich dich nicht loben würde. Erlöse, die auf dich hoffen. Ich vertraue auf dich, Gott, befreie mich und diesen Ort, in dem dein Name angerufen wird, von dieser Pest (Ps. 136, 6).

F (14) Factae sunt tenebrae super universam terram in morte tua; Domine, Deus meus, fiat lubrica et tenebrosa diaboli potestas, qui ad hoc venisti, filiI Dei vivi, ut dissolvas opera diaboli, expelle tua potentia a loco isto et a me, servo tuo, pestem*(14) istam, discedat aer corruptus a me in tenebras exteriores (Es entstand Finsternis über der ganzen Erde bei deinem Tod, Herr, mein Gott, vertreibe und vernichte die Gewalt des Teufels, denn dazu bis du ja gekommen, du Sohn des lebendigen Gottes, um die Werke des Teufels zunichte zu machen; vertreibe durch deine Macht die Pest von diesem Ort und von mir, deinem Diener, die verdorbene Luft möge von mir weichen in die äußerste Finsternis (Matt. 27, 45).

       +7 Crux Christi, defende nos et expelle a loco isto pestem*(15) et servum tuum libera a peste*16) ista, qui benignus es et misericors et multae misericordiae et verax (Kreuz Christi, beschütze uns und vertreibe die Pest von diesem Ort und befreie deine Diener von ihr, denn du bist gütig und mitleidig und von großer Barmherzigkeit und wahrhaftig (Ps. 103, 8).

B (15) Beatus, qui non respexit in vanitates et insanias (falsas), in die mala liberabit eum Dominus. Domine in te speravi, libera me ab hac peste*(17) (Glücklich, wer nicht auf Nichtigkeiten und Tollheiten schaut, in Unglückstagen wird ihn der Herr erlösen. Herr, auf dich habe ich gehofft, befreie mich von dieser Pest (Ps. 40, 5).

F (16) Factus est Deus refugium mihi, quia in te speravi, libera me ab hac peste*(18) (Gott ist mir zur Zuflucht geworden; weil ich auf dich gehofft habe, befreie mich von dieser Pest (Ps. 94,22).

R (17) Respice in me, Domine, Deus meus Adonai, de sede sancta maiestatis tuae et miserere mei et propter misericordiam tuam ab hac (var: ista) peste*(19) libera me (Schaue auf mich vom heiligen Thron deiner Majestät, Herr, mein Gott Adonai, und erbarme dich meiner, und durch deine Barmherzigkeit erlöse mich von dieser Pest (Ps. 25, 16).

S (18) Salus mea tu es, sana me et sanabor, salvum me fac et salvus ero (Meine Rettung bist du, heile mich, und ich werde gesund sein, mache mich gesund, und ich werde heil sein (Jer. 17, 14).

 

19mal wird um die Errettung von der Pest gebetet! Die Angst vor dieser Seuche muß immens gewesen sein.

 

Die Kreuzchen zwischen den Buchstaben sind Hinweise, an den betreffenden Stellen das Kreuzzeichen zu machen. Ihre Siebenzahl, eine Häufung zur Wirkungsverstärkung, beruht wohl auf der heiligen Zahl Sieben der jüdisch-christlichen Tradition der Bibel; sie hat aber in vielen Völkern fast auf der ganzen Erde eine große Bedeutung in der (religiösen) Symbolik und Magie, wechselweise als gute oder böse Sieben, als Glücks- oder Unglückszahl. Wie bei vielen Schutzsegen verbinden sich auch hier Glaube und Magie, Gebet und Beschwörung, Ritus und Zauberei, Abwehrkraft von Buchstaben und segensvolle Kreuzzeichen in einem gedrängten und gefüllten Pestsegen, zu dem der Volksglaube als wirksames Mittel gegen die Pest und (als diese erloschen war) andere ansteckende Krankheiten mit Gottvertrauen und Zauberglauben seine Zuflucht nahm.

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Rochus-Medaille

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Medaillen hatten den Vorteil, unzerbrechlich zu sein – „Saint Roch préservez-nous de la peste“ - bewahre uns vor der Pest.

 

Selbst die Reformatoren mußten erkennen, wie groß die Verehrung des Volkes für ihren Heiligen war - viele Rochusbilder und Altäre blieben daher während der Reformationszeit verschont.

Innere Medizin


Rochusreliquie

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Die „Confrérie Saint Roch" war Vorgängerin des Bäckermeisterverbandes – es war NICHT die Liebe zu kleinen Brötchen, die mich dazu brachte, eine Rochusreliquie anzuschaffen. Vielmehr erhellen an der Reliquie eine ganze Reihe von mittelalterlichen kulturellen Details …

                        "Esst Durmedil und Bibernell, dann sterbt ihr nit so schnell" (Volksspruch, 1348).

                        Pestgarten (Stephan Lochner-Altar in Köln, eine Pestwiese)

-     Die Rote oder Gewöhnliche Pestwurz (Petasites hybridus) verdankt ihren Namen der Tatsache, dass sie im Mittelalter gegen die Pest, die man mit dem unangenehmen Geruch der ätherischen Öle der Pflanze zu vertreiben hoffte, zum Einsatz kam.

-       Blutwurz, Armetill

-       Bibernell

Nach Überlieferungen stammte Rochus aus Montpellier (Frankreich), wo er um 1295 zur Welt gekommen sein. Er hatte die wunderbare Gabe, Pestkranke durch ein Kreuzzeichen zu heilen.

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Schluckbilder

Essbildchen
 

 

    Schluckbilder sind keine Erscheinung des Mittelalters, erst ab der Mitte des 18. Jahrhunderts sind sie nachweisbar! Barocke Hausmedizin, zur gleichen Zeit entstanden wie die Drecksapotheken …

Das Essen, Verschlucken resp. Sich-Einverleiben von Bildchen lässt sich als eine urtümliche, unmittelbare Form des Inbesitznehmens deuten, bei der das Bild einer Heilsperson dauerhaft in sich aufbewahrt wird. Wie die Bezeichnungen „Schluckbildchen“ und „Esszettel“ nahelegen, war die Hauptfunktion die einer "geistlichen Medizin", in der Barockzeit sprach man auch von „gratia medicinalis“. Als „papierne Pille“ wurden die Zettelchen in Wasser eingeweicht, aufgelöst oder Speisen beigegeben, um anschließend vom Kranken (Mensch/ Tier) verschluckt zu werden.

Gegen Fieber und andere innere Krankheiten verschluckte man kleine Bildchen von Heiligen, die früher an vielen Wallfahrtsorten gekauft werden konnten. Das Pharmaziehistorische Museum in Basel besitzt ein Schluckbild aus Salzburg (18.Jahrhundert). Auch in Einsiedeln wurden solche Schluckbilder gedruckt. Besonders eifrig wurden die Bildchen im Kärntischen Maria Zell gedruckt

 

Exponat

Streifen von 3 Schluckbildern aus dem späten 18. Jhdt. Betitelt "M. Schatzkam(mer)" und "Maria Zell", mit den jeweiligen Gnadenbildern:

- die Gnadenstatue, eine schlichte, spätromanische (13. Jhdt), 48 cm hohe Statuette aus Lindenholz, zeigt Maria, hier verehrt als "Magna Mater Austriæ", wie sie auf ihr Kind zeigt.

- das Schatzkammerbild aus dem 14. Jhdt ist das neben der Gnadenstatue meistverehrte Gnadenbild von Mariazell. Das Bild wird dem Sieneser Künstler Andrea Vanni um 1360 zugeschrieben.

 

Lit.:

Ch. Schneegass, Schluckbildchen, in: Volkskunst, Zeitschrift für volkstümliche Sachkultur 6, 1983, S. 27-32.

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Skapulier (1)

 

 

Das Skapulier ist aus dem Überwurf des Karmeliterordensgewands im Mittelalter entstanden. Der Überwurf zeigte Bilder unserer Lieben Frau von Karmel und das Herz Jesu, zum Schutz gegen das Böse.

 

Papst Johannes XXII. verkündete am 03.03.1322 in der Bulle Sabbatina, die Gottesmutter habe versprochen, wer das Skapulier trägt, die standesgemäße Keuschheit beobachtet, jeden Tag die kleinen marianischen Tageszeiten betet und am Mittwoch / Freitag / Samstag fastet (kein Fleisch isst), den wird sie am Samstag nach seinem Tode aus dem Fegefeuer befreien. Papst Pius X. hat diese Bulle am 16.12.1910 anerkannt und ausdrücklich dieses Privileg auch auf jene ausgeweitet, die anstelle des Stoffskapuliers eine geweihte Medaille tragen.

 

Im reichen Schatz der Sakramentalien der heiligen Kirche gibt es mehrere Skapuliere verschiedener Orden. Das bedeutendste aber - und am weitesten verbreitete - ist das braune Skapulier vom Berge Karmel. Das fünffache Skapulier (gemäß der Segnung im Rituale Romanum) enthält die folgenden Skapuliere:
- das weiße Skapulier der Trinitarier
- das rote Skapulier der Passion Jesu
- das blaue Skapulier der Unbefleckten Empfängnis
- das schwarze Skapulier der Diener Mariens (Serviten)
- das braune Skapulier Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel (echt gewebte Wolle!)
Dieses grosse Skapulier kann nicht durch eine Medaille ersetzt werden.

 

In manchen Ortschaften trug einst jedes Kind und auch fast jeder Erwachsene ein Skapulier, wobei die Kinder ein "einfaches", die Erwachsenen zumeist ein "fünffaches" hatten. Die einfachen Skapuliere wurden am "Skapuliersonntag", dem Sonntag nach dem 16. Juli, vom Ortsseelsorger in der Kirche geweiht, die Erwachsenenskapuliere dagegen wurden zumeist von den Bußpredigern bei den Missionen geweiht oder auch von Kapuzinerpatres verteilt. Diese Skapuliere wurden um den Hals getragen und sollten vor Unglück, Gefahren und allen bösen Geistern schützen. Die Skapulier-Amulette wurden gelegentlich in der Volksmedizin eingesetzt, um bei dem Kranken eine Entscheidung herbeizuführen - er sollte entweder schnell und ohne unnütz zu leiden sterben - oder schnell gesunden, nicht aber so daherliegen.


"Viertens. Wann man ein solches Bild zu den Krancken gebracht, an denen zu zweifflen gewest, ob sie sterben, oder genesen werden: und einstweders ihnen solches vorgehalten, oder aufgelegt, haben sich die Krancken bald verändert, dass es zum Sterben, oder Leben gewesen.

 

Auch zur Erleichterung schwerer Geburten fand das Skapulier Verwendung und übernahm so die Rolle der selteneren St. Margarethenbänder...

"Fünftens. Hat es in unterschiedlichen Krankheiten geholffen, wann solches Bild Mariae aufgelegt worden, absonderlich denen hart gebährenden Frauen, wann man ihnen das Bild auf das Hertz gelegt, und dasselbe mit Andacht angeruffen haben".
(L. Hansmann, Amulette, Magie, Talisman, Nikolverlag Hamburg 1999. S. 189).

 

Wer die Geschichte der Munshausener Kirche betrachtet, muß auch die mehr als 300 Jahre alte Verehrung der Muttergottes vom Berge Karmel (Muttergottes vom Skapulier) erwähnen. Die Skapulierbruderschaft, die im Jahre 1671 in den schweren Jahren der Pest gegründet wurde, lebt weiter bis auf den heutigen Tag, wenn auch auf Sparflamme. "Wer ein Skapulier auf der Haut trägt, wird keines jähen Todes sterben" (Lux. Land 1884 S.528) (zit. Pol Tousch, Von Bräuchen, Sitten und Aberglauben, RTL Edition1985).

 

Nach einem alten Brauch soll man das Bändchen nicht mehr ablegen, wenn es einmal angelegt wurde. Es bietet Schutz gegen Unheil, bringt Glück und innere Zufriedenheit. Wird das Bändchen brüchig und fällt ab, geht dem Träger ein Wunsch in Erfüllung...

 

Paralleler Gegenstand

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Läuse-Säcklein (Lüsäseckli, Luusbündeli) sind kleine, oft herzförmige Stoffbündelchen, die meist mit gesegneten Heublumen gefüllt sind. Den Kleinkindern werden diese zum Schutz vor Ungeziefer in die Wiege gelegt oder am Kleidchen an die linke Schulter geheftet. Die Läusesäcklein wurden da und dort in Frauenklöstern hergestellt und durch die Kapuziner-Mönche unters Volk gebracht. Meist als Gegengeschenk für Spenden. Hier sind Parallelen zu den „Skapulier“ offensichtlich. Die besten Läusesäcklein waren mit Palmgras (Nickendes Perlgras; Melica nutans) gefüllt, deren Samen wie Läuse aussehen. Dem Gras/Samen sprach man gerade deswegen Schutz gegen Läuses zu: similia similibus.

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Skapulier (2)

Stock
Stock
 

St. Simon wurde um das Jahr 1165 in der englischen Grafschaft Kent geboren. Er lebte der Überlieferung nach als Einsiedler in einem hohlen Baum (daher der Namenszusatz "Stock"), bis 1237 Karmeliter nach England kamen. Daraufhin trat er 1241 dem Karmeliterorden bei und wurde beim Generalkapitel 1245 in Aylesford zum Ordensgeneral gewählt. 1251 ist ihm in Cambridge die Gottesmutter Maria erschienen, die ihm ein Skapulier überreichte. Dieses Skapulier wurde Teil des Ordensgewandes. Durch die Marienerscheinung wurde die fromme Prägung des Ordens vertieft. Daraus entwickelte sich auch die Skapulierbruderschaft. Am 16. Mai 1265 starb Simon während einer Visitationsreise in Bordeaux (Wikipedia).

In seiner Ursprungsform wurde Simon Stock ein Skapulier überreicht, welches lediglich ein Bild, das der Jungfrau Maria, hatte. Erst im Laufe der Zeit wurde ein zweites Bildnis hinzugefügt.

Gefunden auf einem Flohmarkt auf der pl. Guillaume in Luxemburg am 16.9.2012.

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Skapulier (3)

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Man unterscheidet zehn verschiedene Typen von Skapulier:

- das Weisse Skapulier der Trinitarier

- das Rote Skapulier der Passion Jesu

- das Schwarze Skapulier von den Sieben Schmerzen Mariä

- das Blaue Skapulier von der Unbefleckten Empfängnis Mariä

- das Grüne Skapulier vom Unbefleckten Herzen Mariä

- das Skapulier vom brennenden hl. Herzen

- das Weisse Skapulier ULF von der Barmherzigkeit

- das Weisse Skapulier des Heiligsten Herzens Jesu

- das Weisse Skapulier der Mutter des guten Rates

- das Violett-gelbe Skapulier des hl. Josef

 

Exponat:

Skapulier mit besonders großen Bildnissen (5,5 x 3,5 cm), gefunden auf einem Innsbrucker Flohmarkt. Die Seidenbänder sind arg zerschlissen, was aber der Bedeutung  des Gegenstandes keinen Abbruch tut. 

- li. im Bild: "Siehe ein Zeichen des Heils" 

- re. im Bild: Schweißtuch der Veronika

 

offenbar gehört es zum Typus "Passion Jesu"

 

 

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Votivherz

Aufklappbares Votivherz 


Die hl. "Thérèse de l’Enfant Jésus et de la Sainte Face" alias Therese von Lisieux war 1897 mit 24 Jahren an Lungentuberkulose gestorben - ein gewisser Parallelismus war also gegeben, der erklärt, warum sich Frau H (den Namen wollen wir hier weglassen, da eine Tochter noch lebt) an eben diese Heilige wandte.

 

Tragisch an diesem Votiv-Herzen ist, dass der Ehemann erst 1997 starb, während die Gattin, die dem Himmel für sein Aufkommen dankte, schon 1938 starb ...

 

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Walpurgis-Öl

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Große Bedeutung hatte das Walpurgis-Öl früher als Amulett, zumal der Wöchnerinnen, deren Schutzpatronin die Heilige Walpurga wegen der Errettung einer Frau mit Kindbettfieber seit dem Mittelalter ist.


Das Öl wurde entweder im Flakon um den Hals getragen oder in oft sehr kostbaren Schatullen aufbewahrt.


Hier ein schmuckloses Kartonkästchen mit einem winzigen Flakon (2.5x1.2 cm), dessen Inhalt (Wasser mit Oliven- resp. Wacholderbeeröl gefärbt) eingetrocknet ist ...