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HNO


Hörgerät (1)

Hörgerät, um 1907

1901 erfand der amerikanische Ingenieur Miller Reese HUTCHINSON (1876-1944) ein elektrisches Hörgerät [engl. hearing aid; frz. appareil auditif] mit dem bis zu drei Personen zugleich beidohrig hören konnten. Das schwere Tischgerät wies sogar einen Audio-Eingang für einen Phonographen auf! Ab 1902 kamen "leichte" Geräte in den Handel. Verstärker und Batterien mussten um den Hals gehängt werden, während man das Mikrophon in der Hand hielt, um richtig zu hören. Menschen mit diesen Hörgeräten müssen viel Aufsehen erregt haben. Zudem war die Größe des Mikrophons je nach Ausmaß des Hörverlustes unterschiedlich groß, so dass eine Person mit starkem Hörverlust gezwungen war, für das Hörgerät ein großes Mikrophon zu benutzen. Die ersten tragbaren Geräte erschienen

"The General Acoustic Company made this hearing aid. It has patent dates of Oct. 28, 1902, Feb.12, 1907 and Feb. 19, 1907".

1934 und wogen nicht weniger als elf Kilogramm. Man braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie mühsam es für einen Schwerhörigen war, ein solches Gerät mit sich herumzutragen. Diese Apparate wurden jedoch schnell kleiner und leichter, da die energieaufwendigen Röhren kleiner und funktioneller wurden. Die Benutzer mußten jedoch die Batterien immer noch z.B. in einer Gürtelschnalle tragen.

Die Erfindung des Transistors im Jahre 1947 revolutionierte die Technologie der Hörgeräte. Bis dahin wurden Röhren in Hörgeräten verwendet, der ab 1952 im Handel auftauchende Transistorverstärker war den Röhren deutlich überlegen. Die ersten Hörgeschädigten, die zu den neuen transistorgetriebenen Hörgeräten wechselten, mussten diese am Körper tragen - 1950 waren die Hörgeräte noch immer so groß wie eine Schachtel Zigarillos. Tragbare, aber immer noch unhandliche Hörgeräte fanden nach diversen Verbesserungen bis weit in die fünfziger Jahre Anwendung. Das hier vorgestellte Gerät verfügt über einen Bügel, der über den Kopf getragen wurde, um die Hörmuschel festzuhalten - ein deutlicher Hinweis auf die Entwicklung des Gerätes aus der Telefonie. Es stammt aus einem luxemburger Haushalt, erworben am 29.5.2005 auf einem Steinforter Trödelmarkt. Originalverpackung der Firma CUMONT-LECLERCQ.



Lit.:
Berger, K.W., 1980, History and Developpement of Hearing Aids, in POLLACK, M.C. and coll. (eds.) Amplification for the Hearing-Impaired, 2nd edition, New York, Grune & Stratton Inc, 1-17.


© 2008 Dr. André Kugener
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